Hosting & Infrastruktur
Managed Hosting
Managed Hosting ist ein Hosting-Modell, bei dem ein Anbieter Server, Betriebssystem, Sicherheits-Updates und Betrieb übernimmt. Du mietest nicht nur Rechenleistung, sondern auch den laufenden technischen Betrieb inklusive Monitoring und Support.
Definition
Managed Hosting bezeichnet ein Betriebsmodell, bei dem ein Dienstleister dir Server-Ressourcen bereitstellt und den technischen Betrieb übernimmt. Dazu gehören typischerweise:
- Bereitstellung von Hardware oder virtuellen Servern
- Installation und Pflege des Betriebssystems
- Sicherheits-Patches und Updates
- Backups und Monitoring
- Support bei Störungen (SLA-basiert)
Abgrenzung: Beim Unmanaged Hosting (z. B. Root-Server) bekommst du nur die Maschine — Betrieb, Absicherung und Updates liegen bei dir. Beim Shared Hosting teilst du dir Ressourcen mit anderen Kunden und hast weniger Kontrolle. Managed Hosting sitzt dazwischen: du behältst Kontrolle über deine Anwendung, gibst aber die Infrastruktur ab.
Relevanz für KMU
Für kleine und mittlere Unternehmen ist Managed Hosting oft die pragmatische Wahl, wenn keine eigene IT-Abteilung mit Serveradministrator vorhanden ist. Konkreter Nutzen:
- Weniger Personalaufwand: Du brauchst niemanden, der nachts Sicherheits-Patches einspielt.
- Kalkulierbare Kosten: Monatliche Pauschale statt unklarer Aufwände.
- Compliance-Basis: Ein seriöser Anbieter im DACH-Raum unterstützt dich bei DSGVO-Anforderungen, stellt einen AV-Vertrag bereit und dokumentiert Sicherheitsmaßnahmen.
- Verfügbarkeit: SLAs (z. B. 99,9 %) sind vertraglich zugesichert.
Typische Anwendungsfälle: Firmenwebsite, Onlineshop, ERP-System, DMS oder branchenspezifische Software, die aus dem eigenen Haus in ein professionelles Rechenzentrum verlagert wird.
Typische Missverständnisse
- „Managed Hosting = Cloud”: Nein. Cloud-Dienste (z. B. AWS, Azure) sind meist Self-Service und Pay-per-Use. Managed Hosting ist klassischer, oft mit festen Servern und persönlichem Ansprechpartner.
- „Der Anbieter kümmert sich um alles”: Falsch. Deine Anwendung (z. B. WordPress, Shopware, ERP) liegt in der Regel weiterhin in deiner Verantwortung — inklusive Applikations-Updates. Was der Anbieter macht, steht im Leistungsschein.
- „Managed heißt DSGVO-konform”: Der Anbieter liefert Bausteine (Serverstandort, Verschlüsselung, AVV). Die datenschutzkonforme Nutzung — etwa dokumentierte Prozesse nach GoBD für buchhaltungsrelevante Systeme — bleibt deine Aufgabe.
- „Backup ist automatisch dabei”: Nicht immer. Umfang, Aufbewahrungsdauer und Restore-Zeiten müssen vertraglich geprüft werden.
Prüfpunkte
Bevor du einen Managed-Hosting-Vertrag unterschreibst, kläre:
- Serverstandort: Deutschland/EU? Wichtig für DSGVO.
- Leistungsumfang: Was ist „managed” konkret? Bis zur OS-Ebene? Inklusive Applikation?
- SLA: Verfügbarkeit, Reaktions- und Wiederherstellungszeiten.
- Backup & Restore: Frequenz, Aufbewahrung, Testwiederherstellung.
- Sicherheit: Patch-Management, Firewall, DDoS-Schutz, ggf. ISO 27001-Zertifizierung.
- AV-Vertrag: Liegt ein vollständiger AVV nach Art. 28 DSGVO vor?
- Ausstieg: Wie kommst du an deine Daten, wenn du wechseln willst? Exportformate, Kündigungsfristen.
- Support: Erreichbarkeit (24/7 oder Bürozeiten?), Sprache, Reaktionszeit.
- Skalierung: Was passiert, wenn du mehr Ressourcen brauchst?