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Borlabs Cookie einrichten & DSGVO-Compliance

Aktualisiert 28. August 2026 16 Min.
Borlabs Cookie einrichten im WordPress-Dashboard mit Cookie-Gruppen
Borlabs Cookie einrichten im WordPress-Dashboard mit Cookie-Gruppen KI-generiert

Borlabs Cookie einrichten dauert für eine typische WordPress-Website etwa ein bis zwei Stunden, wenn du die Schritte in dieser Anleitung der Reihe nach abarbeitest. Wer Borlabs Cookie einrichten möchte, braucht dafür kein Agentur-Budget, sondern vor allem eine klare Reihenfolge. Das Ergebnis ist eine Consent-Lösung, die Tracking-Skripte wie Google Analytics erst nach der Einwilligung lädt und dich vor den empfindlichen Bußgeldern des TDDDG schützt. Installiert allein reicht nicht: Entscheidend sind die korrekte Konfiguration des Skript-Blockers, des Scanners und des Google Consent Mode v2.

Das Szenario kennen viele Betreiber: Die Website ist seit Monaten online, das Analytics-Dashboard zeigt Besucherströme, das Facebook Pixel sammelt Conversions. Dann flattert eine Abmahnung ins Postfach, weil die Skripte bereits beim Seitenaufruf feuern, lange bevor irgendjemand auf einen Banner-Button geklickt hat. Genau dieses Problem löst das WordPress-Plugin Borlabs Cookie – wer Borlabs Cookie einrichten will, muss dafür allerdings mehr tun als installieren und aktivieren. Diese Anleitung führt dich von der ZIP-Datei über die Grundeinrichtung bis zur rechtssicheren Anbindung von Google Analytics und Google Tag Manager und ordnet die aktuelle Rechtslage 2026 mit belegten Zahlen ein. Du richtest dich an KMU-Verantwortliche und Webseitenbetreiber ohne Agentur im Rücken? Dann bist du hier richtig.

Zusammenfassung: Borlabs Cookie einrichten

  • Setup-Dauer: Rechne mit ein bis zwei Stunden für Installation, Grundeinrichtung und ersten Consent-Test.
  • Lizenzpflicht: Borlabs Cookie 3.x kostet laut Anbieter (Stand 2026) etwa 49 bis 499 Euro pro Jahr, eine dauerhafte Gratisversion gibt es nicht.
  • Kritisch ist der Skript-Blocker: Google Analytics und Tag Manager dürfen erst nach der Einwilligung laden, sonst drohen Bußgelder bis 300.000 Euro nach § 25 TDDDG.
  • Scanner ist Pflichtprogramm: Die Cloud-basierte Scanner-Funktion findet vergessene Cookies und Dienste, ihr Ergebnis musst du aber manuell prüfen.
  • Consent Mode v2 aktiv konfigurieren: Die Unterstützung ist in Version 3.x vorhanden, wird aber nicht automatisch aktiviert.

Borlabs Cookie ist ein WordPress-Plugin des deutschen Herstellers Borlabs, das als Consent Management Platform arbeitet. Es blockiert Cookies und externe Skripte beim Seitenaufruf, zeigt einen anpassbaren Einwilligungs-Dialog und lädt blockierte Dienste erst, nachdem der Besucher zugestimmt hat. Laut Anbieterangaben (Stand 2026) bringt das Plugin über 350 fertige Vorlagen und Pakete für Services und Content-Blocker mit, unterstützt TCF 2.2 sowie den Google Consent Mode v2 und bietet eine Geo-Restriktion, die zwischen Besuchern aus der EU und dem Rest der Welt unterscheidet.

Definition: Consent Management Platform (CMP)

Eine Consent Management Platform ist eine Software, die Einwilligungen von Website-Besuchern einholt, dokumentiert und technisch durchsetzt. Sie sorgt dafür, dass Cookies und Tracking-Skripte, die nicht technisch notwendig sind, erst nach einer aktiven Zustimmung geladen werden, und ermöglicht den jederzeitigen Widerruf dieser Einwilligung.

Im Vergleich zu vielen anderen WordPress-Plugins aus dem Consent-Bereich liegt der Fokus von Borlabs Cookie auf der technischen Durchsetzung: Der sogenannte Skript-Blocker verhindert nicht nur das Setzen von Cookies, sondern bereits das Laden der Skripte selbst. Das ist der entscheidende Unterschied, denn schon der Verbindungsaufbau zu einem Google- oder Meta-Server überträgt personenbezogene Daten wie die IP-Adresse.

Version 3.0 war ein kompletter Rewrite des Plugins. Die wichtigsten Neuerungen gegenüber der 2er-Linie: ein Setup-Assistent für die Ersteinrichtung, der überarbeitete Cookie-Dialog (ehemals Cookie Box genannt), die Scanner-Funktion als Cloud-Dienst, automatische Übersetzung des Dialogs und die native Unterstützung von TCF 2.2 und Google Consent Mode v2. Wer noch Version 2 einsetzt, sollte zeitnah migrieren, da neue Rechts- und Browser-Anforderungen nur noch in der 3er-Linie abgebildet werden.

Lizenzmodell und laufende Kosten

Borlabs Cookie wird als Jahreslizenz verkauft, gestaffelt nach der Anzahl der Domains. Laut Anbieter (Stand 2026) liegt die Preisspanne bei etwa 49 bis 499 Euro pro Jahr, von der Einzel-Domain-Lizenz bis zur Agentur-Lizenz mit vielen Installationen. Die Lizenz umfasst Updates und den Zugang zu den Cloud-Funktionen. Läuft sie aus, bleibt das Plugin funktionsfähig, erhält aber keine Updates und keinen Scanner-Zugriff mehr, was für ein Compliance-Werkzeug ein echtes Risiko darstellt.

Nachteile: keine kostenlose Version, Cloud-Abhängigkeit bei Scanner und Übersetzung

Ehrlichkeit gehört zur Einordnung dazu. Borlabs Cookie hat drei spürbare Nachteile: Erstens gibt es keine dauerhaft kostenlose Version, du zahlst ab dem ersten Tag. Zweitens hängen die Scanner-Funktion und die automatische Übersetzung vom Borlabs Service ab; ohne aktive Lizenz und ohne Verbindung zur Hersteller-Cloud laufen beide nicht. Drittens ist die Einrichtung zwar durch den Assistenten geführt, aber bei komplexen Setups mit Google Tag Manager und vielen Drittdiensten wirst du ohne technisches Grundverständnis an Grenzen stoßen. Wer eine breitere Übersicht über Datenschutz-Tools sucht, findet im Compliance-Hub weitere Kategorien, die eine CMP ergänzen.

Rechtsrahmen: § 25 TDDDG, DSGVO und die Bußgeldhöhe

Die Einwilligungspflicht für Cookies steht in Deutschland in § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes, kurz TDDDG. Die Norm verlangt eine aktive, informierte Einwilligung, bevor Informationen auf dem Endgerät des Nutzers gespeichert oder von dort abgerufen werden, sofern dies nicht technisch unbedingt erforderlich ist. Laut Gesetzestext zu § 25 TDDDG können Verstöße mit Bußgeldern von bis zu 300.000 Euro geahndet werden. Kommt durch das Tracking zusätzlich eine Verarbeitung personenbezogener Daten zustande, greifen parallel die Sanktionsmechanismen der DSGVO.

300.000 €maximales Bußgeld bei Verstößen gegen § 25 TDDDG (Gesetzestext, 2026)
44 %der EU-Websites tracken bereits vor der Einwilligung (arXiv-Studie Singh, Jin & Kim, 2026)
3 %der Nutzer wollen Cookies freiwillig akzeptieren (NOYB, 2026)
43 %der deutschen Nutzer lehnen nicht notwendige Cookies ab (Statista, 2025)

Welche personenbezogenen Daten Cookies und Tracking-Skripte erfassen

Ein Tracking-Skript wie Google Analytics erfasst beim Laden weit mehr als anonyme Klickzahlen. Übertragen werden unter anderem die IP-Adresse, Browser- und Geräteinformationen, Referrer-URLs, ungefähre Standortdaten und eindeutige Client-IDs aus Cookies. Diese Kombination gilt als personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO, weil sich damit einzelne Besucher über Sitzungen hinweg wiedererkennen lassen. Genau deshalb reicht ein informativer Hinweis-Banner nicht aus: Die DSGVO verlangt für diese Verarbeitung eine Rechtsgrundlage, und im Regelfall ist das die Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO, die ihrerseits die Voraussetzungen des § 25 TDDDG erfüllen muss.

Studienlage: Tracking vor der Einwilligung ist die Regel, nicht die Ausnahme

Wie verbreitet fehlerhafte Consent-Umsetzungen sind, zeigt die arXiv-Studie von Singh, Jin & Kim (2026): Weltweit setzen demnach 68 Prozent der Websites Tracking-Cookies bereits vor der Einwilligung des Nutzers, innerhalb der EU immerhin noch 44 Prozent. Fast jede zweite europäische Website verstößt damit potenziell gegen § 25 TDDDG. Für dich heißt das: Ein falsch konfiguriertes Setup ist kein exotischer Einzelfall, sondern der Normalfall, und genau deshalb lohnt die sorgfältige Einrichtung. Die Studie ist gleichzeitig ein Argument für den Selbsttest: Auch mit installiertem Consent-Plugin kann deine Seite zu den 44 Prozent gehören, wenn der Skript-Blocker nicht sauber greift.

Plugin-Upload am Laptop mit ZIP-Datei-Symbol und Upload-Bereich
KI-generiert

Die Einrichtung von Borlabs Cookie 3.4 läuft in sechs klar abgegrenzten Schritten, vom Kauf bis zum ersten erfolgreichen Consent-Test. Da Borlabs Cookie nicht im offiziellen WordPress-Plugin-Verzeichnis liegt, installierst du es manuell per Upload.

1

Lizenz kaufen

Kaufe die passende Lizenz auf der Borlabs-Website und lade die ZIP-Datei des Plugins herunter.

2

Plugin hochladen

Installiere die ZIP-Datei über das WordPress-Backend und aktiviere das Plugin.

3

Lizenz aktivieren

Hinterlege den Lizenzschlüssel, damit Updates und Cloud-Funktionen freigeschaltet werden.

4

Setup-Assistent

Durchlaufe den Assistenten und lege Cookie-Gruppen sowie Grundeinstellungen fest.

5

Scanner laufen lassen

Starte den Cloud-Scanner und prüfe die erkannten Cookies und Dienste manuell nach.

6

Consent testen

Prüfe im Inkognito-Fenster, ob vor der Einwilligung wirklich keine Skripte laden.

Plugin als ZIP-Datei hochladen und Lizenz aktivieren

Nach dem Kauf erhältst du im Borlabs-Kundenbereich die ZIP-Datei zum Download. Im WordPress-Backend wählst du unter Plugins und Installieren den Punkt Plugin hochladen, wählst die ZIP-Datei aus und aktivierst das Plugin nach der Installation. Anschließend fragt dich das Plugin nach dem Lizenzschlüssel aus deinem Kundenkonto. Ohne aktivierte Lizenz bekommst du weder Updates noch Zugriff auf Scanner und Übersetzungsdienst, deshalb sollte dieser Schritt direkt nach der Installation erledigt sein. Funktioniert der Upload nicht, liegt das meist an einem zu niedrigen Upload-Limit des Hostings; dann hilft der Weg über FTP.

Der Setup-Assistent führt dich durch die Grundeinstellungen. Zentral sind die Cookie-Gruppen, typischerweise Essenziell, Statistik, Marketing und Externe Medien. Jeder Dienst wird genau einer Gruppe zugeordnet, und der Besucher kann pro Gruppe zustimmen oder ablehnen. Achte bei der Zuordnung auf Ehrlichkeit: Google Analytics gehört in die Gruppe Statistik und nicht in Essenziell, denn Analytics ist rechtlich nicht technisch notwendig. Lege außerdem die Sprache des Dialogs, die Speicherdauer der Einwilligung und die Position des Dialogs fest. Die Standardeinstellungen sind brauchbar, aber die Zuordnung der Dienste musst du zu deinem Setup passend prüfen.

Die Scanner-Funktion durchsucht deine Website über die Borlabs-Cloud und erkennt gesetzte Cookies sowie eingebundene Dienste. Das Ergebnis ist eine Liste mit Vorschlägen, welche Vorlagen du zuweisen solltest. Diese Vorschläge sind eine Starthilfe, keine fertige Rechtsberatung: Skripte, die erst nach einer Interaktion oder auf Unterseiten geladen werden, kann der Scan übersehen. Prüfe deshalb zusätzlich die wichtigsten Seitentypen manuell im Browser, etwa Startseite, Blogartikel, Kontaktseite und Shop. Nach jedem neu installierten Plugin solltest du den Scan wiederholen, denn viele WordPress-Plugins binden unbemerkt externe Dienste ein.

Google Analytics ist der häufigste Grund, warum Websitebetreiber eine Consent-Lösung brauchen, und gleichzeitig der häufigste Fehlerpunkt. Die Kernregel: Das Analytics-Skript darf ausschließlich über den Opt-in-Mechanismus von Borlabs Cookie geladen werden. Ist die Mess-ID zusätzlich hart im Theme, in einem SEO-Plugin oder im Google Tag Manager ohne Consent-Anbindung verdrahtet, lädt das Skript trotz Banner vor der Einwilligung, und das Setup ist rechtswidrig.

Um Google Analytics in Borlabs Cookie einrichten zu können, nutzt du die fertige Vorlage aus dem Paket-Katalog. Du legst einen neuen Dienst an, wählst die Google-Analytics-Vorlage, trägst deine Mess-ID ein und ordnest den Dienst der Gruppe Statistik zu. Die Vorlage sorgt dafür, dass das gtag-Skript erst nach Zustimmung zur Statistik-Gruppe geladen wird. Kontrolliere danach dein Theme und deine Plugins auf doppelte Analytics-Einbindungen: Typische Doppelquellen sind das Theme-Optionsfeld für Tracking-Codes, SEO-Plugins mit Analytics-Modul und ältere Code-Snippets im Header. Jede dieser Quellen musst du entfernen oder deaktivieren.

Der Google Consent Mode v2 übermittelt den Einwilligungsstatus deiner Besucher an Google-Dienste und ist seit 2024 praktisch Pflicht, wenn du Google Ads oder erweiterte Analytics-Funktionen nutzt. Borlabs Cookie 3.x unterstützt den Consent Mode v2 laut Anbieter nativ, du musst die Funktion aber in den Einstellungen explizit aktivieren und die Standard-Consent-Werte definieren, die vor einer Entscheidung gelten, in der Regel denied. Auch TCF 2.2, das Rahmenwerk für die Zusammenarbeit mit Werbepartnern, wird unterstützt, erfordert jedoch eine Registrierung deiner CMP beim IAB. Für reine Analytics-Nutzung ohne Werbenetzwerke reicht der Consent Mode v2.

Tipp: Der Inkognito-Test nach der Einrichtung

Öffne deine Website in einem Inkognito-Fenster, drücke F12 und wechsle in den Netzwerk-Tab der Entwicklerwerkzeuge. Lade die Seite neu, ohne den Banner zu berühren. Erscheinen Anfragen an google-analytics.com, googletagmanager.com oder facebook.net, lädt Tracking vor der Einwilligung, und du musst die Skriptquelle finden. Erst nach dem Klick auf Akzeptieren dürfen diese Verbindungen auftauchen.

Der Google Tag Manager bündelt alle deine Tracking-Skripte in einem Container, was die Pflege erleichtert, aber die Consent-Frage komplexer macht. Es gibt zwei saubere Wege, und du musst dich für einen entscheiden: Entweder blockiert Borlabs Cookie den gesamten GTM-Container, bis eingewilligt wurde, oder der Container lädt sofort und die Steuerung erfolgt über Consent-Trigger innerhalb des Tag Managers. Der zweite Weg ist feingranularer und die empfohlene Variante, wenn du den Consent Mode v2 nutzt.

Hinweis: Container blockieren oder Trigger steuern?

Blockierst du den kompletten Container, funktioniert auch serverseitiges Consent Modeling nicht mehr. Lässt du den Container laden und steuerst die Auslösung über den dataLayer, bleibt der Consent Mode v2 voll funktionsfähig. Die Trigger-Variante ist der aktuell empfohlene Weg, verlangt aber sorgfältige Konfiguration im GTM, denn ein falsch gesetzter Auslöser feuert Tags trotz fehlender Einwilligung.

Die Verknüpfung von Google Tag Manager und Borlabs Cookie läuft über den dataLayer. Borlabs Cookie schreibt die Einwilligungsentscheidung als Event in den dataLayer, sobald der Besucher zustimmt oder ablehnt. Im GTM erstellst du darauf aufbauend benutzerdefinierte Ereignis-Trigger: Ein Tag für Google Analytics feuert nur, wenn das Statistik-Consent-Event eingetroffen ist, Marketing-Tags nur beim Marketing-Event. Zusätzlich nutzt du die im GTM eingebauten Consent-Checks, die den Consent-Mode-Status pro Tag auswerten. Teste jede Tag-Konfiguration einzeln im Vorschaumodus des GTM, bevor du den Container veröffentlichst.

Facebook Pixel und weitere Drittdienste einbinden

Das Facebook Pixel, inzwischen als Meta Pixel bezeichnet, bindest du am einfachsten über die fertige Vorlage in Borlabs Cookie ein und ordnest es der Gruppe Marketing zu. Das Pixel sammelt besonders umfangreiche Daten, darunter Event-Daten zu Käufen und Formularabsendungen, deshalb ist eine saubere Zuordnung hier besonders wichtig. Gleiches gilt für weitere Drittdienste wie LinkedIn Insight Tag, Pinterest Tag oder TikTok Pixel: Immer Vorlage nutzen, korrekte Gruppe wählen, Inkognito-Test durchführen. Wer externe Kommunikationskanäle absichern will, findet im Ratgeber zu WhatsApp Business DSGVO-konform die passenden Schritte für den Messenger-Kanal.

Rechtssicher gestaltete Cookie-Box mit gleichwertigen Buttons für Akzeptieren und Ablehnen
KI-generiert

Die Gestaltung des Einwilligungs-Dialogs entscheidet darüber, ob deine Einwilligungen rechtlich wirksam sind. Die Zahlen der Datenschutzorganisation NOYB (2026) machen das Problem deutlich: Nur 3 Prozent der Nutzer möchten Cookies tatsächlich akzeptieren, durch manipulative Designs, sogenannte Dark Patterns, werden aber über 90 Prozent dazu gebracht, auf Akzeptieren zu klicken. Solche Einwilligungen sind angreifbar, weil sie nicht freiwillig zustande kommen. In Deutschland lehnen laut Statista (2025) ohnehin 43 Prozent der Nutzer technisch nicht notwendige Cookies grundsätzlich ab, während 30 Prozent alles akzeptieren. Ein fairer Dialog kostet dich also keine Mehrheit deiner Besucher.

Dark Patterns: Das musst du vermeiden

  • Akzeptieren-Button groß und bunt, Ablehnen nur als unauffälliger Textlink oder in der zweiten Ebene versteckt
  • Vorausgewählte Schalter für Marketing- und Statistik-Gruppen
  • Kein Ablehnen-Button auf der ersten Dialog-Ebene

Rechtssichere Gestaltung

  • Akzeptieren und Ablehnen gleichwertig auf der ersten Ebene, gleiche Größe und Sichtbarkeit
  • Alle nicht essenziellen Gruppen standardmäßig deaktiviert
  • Widerrufs-Link dauerhaft erreichbar, etwa im Footer der Website

Opt-out ermöglichen und Einwilligung jederzeit widerrufbar machen

Ein wirksamer Opt-out gehört zur Kernpflicht: Der Besucher muss seine Einwilligung genauso einfach widerrufen können, wie er sie erteilt hat. Borlabs Cookie stellt dafür einen Widerrufs-Shortcode bereit, den du typischerweise im Footer oder in der Datenschutzerklärung platzierst. Über diesen Link öffnet sich der Dialog erneut, und der Nutzer kann Gruppen deaktivieren. Zusätzlich sollte deine Datenschutzerklärung die eingesetzten Dienste, Zweckspeicherungen und Speicherdauern auflisten. Der Widerruf muss technisch durchgesetzt werden, blockierte Gruppen dürfen danach keine Skripte mehr laden, was Borlabs Cookie bei korrekter Konfiguration automatisch erledigt.

Die meisten Compliance-Probleme entstehen nicht durch Borlabs Cookie selbst, sondern durch das drumherum: Caching-Plugins, die die Consent-Logik aushebeln, hartcodierte Skripte im Theme und ungetestete Updates.

Warnung: Diese drei Fehler machen dein Setup unwirksam

Erstens: Aggressives Seiten-Caching kann den Consent-Status falsch ausliefern und blockierte Skripte trotz Ablehnung ausspielen. Zweitens: Tracking-Codes, die direkt im Theme oder per Code-Snippets-Plugin im Header stehen, laufen am Skript-Blocker vorbei. Drittens: Nach Theme- oder Plugin-Updates kann sich die Skript-Landschaft ändern, ohne dass du es merkst. Alle drei Fehler lassen sich nur durch regelmäßige Inkognito-Tests entdecken.

FehlerFolgeLösung
Analytics zusätzlich im Theme verdrahtetTracking läuft vor EinwilligungDoppelte Einbindung entfernen, nur Borlabs-Dienst nutzen
Caching-Plugin ohne AusnahmeConsent-Status wird falsch ausgeliefertCache-Regeln prüfen, Consent-Test nach jeder Cache-Änderung
GTM feuert Tags ohne Consent-TriggerMarketing-Tags laden trotz AblehnungConsent-Checks und dataLayer-Trigger im GTM korrekt setzen
Scanner-Ergebnis ungeprüft übernommenVersteckte Cookies bleiben unentdecktScan manuell nachprüfen, Browser-Test ergänzen
Kein Widerrufs-Link auf der SeiteEinwilligung nicht wirksam widerrufbarWiderrufs-Shortcode im Footer platzieren
Updates ohne Re-TestNeue Skripte laden unbemerktNach größeren Updates Scanner und Inkognito-Test wiederholen

Plane die Kontrolle als Routine ein: Ein vierteljährlicher Check mit Scanner-Lauf und Netzwerk-Test kostet dich 20 Minuten und schließt die typischen Lücken, bevor sie zum Risiko werden. Wenn du das Thema systematischer angehen willst, lohnt ein Blick auf DSGVO-Software für KMU, die Aufgaben wie Verarbeitungsverzeichnis und Dokumentation neben der eigentlichen Consent-Lösung abdeckt. Weitere Werkzeuge und Vergleiche findest du in den Hubs für Security & Compliance und Marketing-Tools.

Fazit: Rechtssicher konfiguriert statt nur installiert

Borlabs Cookie einrichten heißt: installieren, konfigurieren, testen und regelmäßig nachprüfen. Das Plugin liefert mit Skript-Blocker, über 350 Vorlagen, Scanner und Consent-Mode-v2-Unterstützung alles, was du für eine wirksame Einwilligung nach § 25 TDDDG brauchst. Die Schritte in dieser Anleitung führen dich vom ZIP-Upload über die Cookie-Gruppen bis zur sauberen Anbindung von Google Analytics und Google Tag Manager. Die ehrlichen Grenzen solltest du kennen: keine Gratisversion, Cloud-Abhängigkeit bei Scanner und Übersetzung und die Pflicht, Scanner-Ergebnisse manuell zu prüfen. Angesichts von Bußgeldern bis 300.000 Euro und der Tatsache, dass laut arXiv-Studie (2026) noch immer 44 Prozent der EU-Websites vor der Einwilligung tracken, ist der Aufwand von ein bis zwei Stunden gut investiert. Bevor du live gehst, arbeite die folgende Abnahme-Checkliste durch.

Checkliste: Abnahme vor dem Livegang

Lizenz aktiviert und Updates erreichbar
Scanner-Lauf durchgeführt und Ergebnisse manuell geprüft
Keine doppelten Analytics- oder Pixel-Einbindungen in Theme oder Plugins
Inkognito-Test bestanden: vor Einwilligung keine Verbindungen zu Google oder Meta
Consent Mode v2 aktiviert, Standard-Status auf denied gesetzt
Widerrufs-Link im Footer platziert und Datenschutzerklärung aktualisiert

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Borlabs CookieCookie ConsentDSGVOTDDDGWordPress

Häufige Fragen

Borlabs Cookie 3.x ist eine Jahreslizenz, deren Preis sich nach der Anzahl der Domains richtet. Laut Anbieterangaben (Stand 2026) liegt die Preisspanne bei etwa 49 bis 499 Euro pro Jahr. Eine dauerhaft kostenlose Version gibt es nicht. Prüfe den aktuellen Preisstand vor dem Kauf direkt auf der Borlabs-Website, da sich Konditionen ändern können.

Nein, für den produktiven Einsatz ist laut Anbieter immer eine bezahlte Lizenz erforderlich. Eine dauerhafte Gratisversion gibt es nicht. Wenn du gar kein Budget hast, kannst du auf kostenlose Consent-Plugins aus dem offiziellen WordPress-Verzeichnis ausweichen, musst dort aber Abstriche bei Vorlagen, Scanner und Support in Kauf nehmen.

Der Scanner durchsucht deine Website per Cloud-Dienst und erkennt gesetzte Cookies sowie eingebundene Dienste automatisch. Das Ergebnis schlägt dir passende Vorlagen und Cookie-Gruppen vor. Wichtig: Der Scan ersetzt keine manuelle Prüfung, denn Skripte, die dynamisch oder nur in bestimmten Zuständen geladen werden, kann der Scanner übersehen. Für die Scanner-Funktion ist ein aktiver Borlabs Service erforderlich.

Nutze die fertige Google-Analytics-Vorlage aus dem Paket-Katalog von Borlabs Cookie und hinterlege deine Mess-ID im dafür vorgesehenen Feld. Das Skript gehört ausschließlich in den Opt-in-Code, damit es erst nach der Einwilligung lädt. Teste danach im Inkognito-Fenster deines Browsers, ob vor einem Klick auf Akzeptieren keine Verbindung zu Google-Servern aufgebaut wird.

Ja, Version 3.x unterstützt laut Anbieter sowohl den Google Consent Mode v2 als auch das Transparency and Consent Framework 2.2. Beide Funktionen sind nach der Installation nicht automatisch aktiv, sondern müssen in den Einstellungen bewusst konfiguriert werden. Für TCF 2.2 ist zusätzlich eine Registrierung als Consent Management Platform beim IAB nötig.

Verstöße gegen die Einwilligungspflicht nach § 25 TDDDG können laut Gesetzestext mit Bußgeldern von bis zu 300.000 Euro geahndet werden. Zusätzlich greifen die Sanktionsmöglichkeiten der DSGVO bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. In der Praxis kommt erschwerend hinzu, dass fehlerhafte Cookie-Banner ein beliebter Ansatzpunkt für wettbewerbsrechtliche Abmahnungen sind.

Nein, deine Konfiguration bleibt bei regulären Updates erhalten. Du solltest aber nach größeren Plugin- oder Theme-Updates einen kurzen Consent-Test im Inkognito-Fenster durchführen und den Scanner erneut laufen lassen. Neue Plugins oder Theme-Wechsel können nämlich unbemerkt zusätzliche Skripte und Cookies auf deine Seite bringen.

Quellen

  1. Borlabs
  2. arXiv (Singh, Jin & Kim)
  3. NOYB
  4. credia.de (Statista)

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren

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